Testbericht

DJ Hero

Thursday, 12. Nov 2009, 23:02 Uhr | Autor: Karol Krzyzewski

Wir sangen, wir spielten Gitarre, wir hämmerten auf einem Schlagzeug herum und schüttelten die Maracas im Takt. Nun geht der musikalische Simulationswahn in die nächste Runde! „DJ Hero“ landete auf unsrem Untersuchungstisch und wir zogen die dicken Kopfhörer auf und dehnten die Finger. Scratchen bis der Arzt kommt oder schnödes Knöpfegedrehe? Wir sagen‘s Euch!

Auf dem Weg nach ganz oben fängt man meistens ganz unten an!

Als DJ Hero angekündigt wurde gingen die Spekulationen los, wie denn der Controller aussehen würde. Die wildesten Vorstellungen wurden dank Photoshop umgesetzt und das endgültige Resultat übertraf die Erwartungen in seiner Einfachheit und Genialität.

Der Plattenspieler-Controller ist in zwei Hälften aufgeteilt, sodass sich von Werk aus links der Crossfader, Effektregler und der Euphorie-Knopf befinden sowie die Einsatzmöglichkeit für die Remote unter einer Klappe. Auf der rechten Seite ist der eigentliche Plattenspieler samt drei Buttons angebracht, welcher sich frei drehen lässt. Wer möchte, der kann die beiden Hälften auch andersherum montieren – an die Linkshänder wurde also gedacht. Durch das Einlegen der Remote funktioniert das Ganze kabellos und lässt sich bequem auf einem Tisch platzieren. Insgesamt macht der Turntable-Controller einen sehr stabilen Eindruck und wurde gut verarbeitet. Lediglich der Platz für die Remote in der Versenkung unter der Klappe ist etwas sehr knapp bemessen, was aber nicht weiter stört.

Mit Hilfe dieses neuartigen Eingabegerätes versucht man sich also auf der Karriereleiter eines DJ's bis in den Olymp der Plattenkratzer vorzuarbeiten.

Ich will scratchen bis die Platte glüht!

Bei der spielerischen Umsetzung wurde sich offensichtlich am Prinzip von Guitar Hero bedient, welches ja bekanntlich daraus besteht im richtigen Moment die richtige Farbe zu drücken und den Anschlag zu betätigen.

Für DJ Hero musste dieses Prinzip etwas abgeändert werden, jedoch ist das Resultat sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene geeignet. Auf dem Bildschirm laufen, wie bereits bei den anderen Hero Spielen, farbige Symbole auf einem Highway von Oben nach Unten. Diese Symbole müssen in dem Moment auf dem Turntable-Controller gedrückt werden, in dem sie den Aktivierungsbereich am unteren Ende des Highways passieren. Natürlich wäre dies mit den gegebenen drei Farben auf dem Turntable-Controller etwas langweilig, deshalb gibt es unterschiedliche Symbole, die auf dem Highway erscheinen. Bei einfachen Punkten genügt es die entsprechende Farbe zu drücken, Pfeile, die sich wiederum in Pfeile nach Oben, Unten oder Oben und Unten unterscheiden, müssen gespielt werden indem die passende Farbe gedrückt und das Turntable in die entsprechende Richtung bewegt wird. So entsteht das schnelle Vor- und Zurückspulen der Platte oder das Scratchen. Des Weiteren muss auf die Bahnen geachtet werden, auf denen die Symbole laufen, denn diese müssen hin und wieder mit dem Crossfader nach links oder rechts versetzt werden, damit man nur einen der beiden Samples hört. Als letzte Schikanen sind noch die Effektzonen zu nennen. Sobald über einer oder allen Bahnen ein Bogen erscheint können mit Hilfe des Effekt-Drehknopf's spezielle Effekte erzeugt werden, die das Punktekonto ordentlich wachsen lassen. Zusätzlich kann auf der roten Spur zeitweise ein Freestyle sample eingespielt werden, dies ist jedoch nur möglich, wenn die gesamte Spur rot markiert ist.

Viel muss also im Grunde nicht beachtet werden, jedoch reichen diese Punkte schon aus um ein heilloses Durcheinander auf dem Bildschirm erscheinen zu lassen. Wenn man sich jedoch nicht so schnell frustrieren lässt, so schafft man es ohne Probleme innerhalb von wenigen Mixes schon einen Schwierigkeitsgrad draufzulegen.

Ritsch-Ratsch und Scritch-Scratch!

Natürlich bietet das Spiel nicht nur den Singleplayer- sondern auch einen Multiplayermodus an. Dieser beschränkt sich nicht nur auf DJ vs. DJ sondern der gute Gitarren-Controller kommt auch hier erneut zum Einsatz. Zwar gibt es lediglich zehn spezielle Mixes, die sich auch mit der Gitarre spielen lassen, jedoch ist schon allein die Option sehr lobenswert.

Heute darf ein Spiel natürlich nicht nur offline spielbar sein, sondern muss auch einen Onlinemodus aufweisen. Auch hier bedient sich DJ Hero bei seinen Verwandten von Guitar Hero und bietet das gute alte VS-Match, einen Shop und eine Rangliste.

Ein Manko müssen wir aber an's Tageslicht bringen! Was wir alle als Rockstarfabrik aus Guitar Hero kennen findet im DJ-Ableger keine Verwendung. Leider kann man sich keinen eigenen DJ zurecht schrauben und muss auf einen der vorgefertigten DJ's zurückgreifen. Im Laufe des Spiels lassen sich jedoch berühmte Persönlichkeiten wie DJ Shadow, DJ Grandmaster Flash und Daft Punk freischalten und diese können dann im gesamten Spiel benutzen werden.

Blink-Blink, Quietsch-Quietsch

Optisch kommt das Spiel im Stil der Guitar Hero-Serie daher, sprich die musikalischen Protagonisten sowie das Publikum wurden comichaft gestaltet und entsprechend, meist leicht überzogen, in Szene gesetzt. Der Stil passt jedoch sehr gut zum Spiel. Die Darstellung der zu bedienenden Elemente auf dem Controller wurde ebenfalls gut umgesetzt. So dreht sich fortwehrend eine Platte auf dem Bildschirm und die diversen farbigen Elemente huschen darauf über den Schirm. Zahlreiche zum Mix passende Grafikeffekte ergeben ein wirklich gutes optisches Bild, auch wenn der Spieler sicherlich kaum Augen für das Drumherum hat, während er konzentriert den Controller bedient und auf die entsprechenden Elemente auf dem Schirm achten muss. Aber auch die Menüführung wurde recht ansprechend gestaltet mit einer Art Slide-Optik und lässt sich somit bequem per Turntable-Controller bedienen.

In Sachen Sound haben wir ein wirkliches Highlight vorliegen. Die unzähligen lizenzierten Tracks erschlagen den Spieler regelgerecht, im positiven Sinne. Dabei wurden zudem sämtliche Songs individuell für das Spiel gemixt und ergeben so einen ganz exklusiven Soundtrack, der insgesamt sehr gelungen ist. Die Soundqualität ist dabei wirklich überragend, ohne übertreiben zu wollen. Zusätzliche Download-Möglichkeiten weiterer Mixes runden das audiovisuelle Gesamtbild ab.

Fazit von Karol

Endlich mal was Neues im Stall der Musikspiele! Gut...ehrlich gesagt brauchen wir nicht unbedingt noch mehr Musikcontroller, ich müsste jetzt schon anbauen, wenn ich alles aufbauen würde, jedoch ist die Idee neu, nicht ausgelutscht und frisch. Aber irgendwie ist es bei Spielen ja wie bei Gemüse: Es kann so frisch sein wie es möchte, wenn es den Geschmack nicht trifft, dann ist es nix für einen selbst! Ich finde die Auswahl der Mixes zwar etwas gewöhnungsbedürftig, habe jedoch schon den ein oder anderen Favoriten in kürzester Zeit gefunden. Richtige Nerds greifen zur teureren Renegade-Edition und bekommen noch einen genialen Koffer geboten, welcher sich auch noch in ein DJ-Pult umbauen lässt. Zusätzlich gibt es noch ein exklusives Album von EMINEM und Jay-Z im Koffer! Karol sagt kaufen oder zumindest ausprobieren und dann kaufen!

Fazit von Christian

DJ Hero ist eine wirklich willkommende Abwechslung zu den bereits etablierten Musikspielen. Dabei bringt der Controller ein völlig anderes und erfrischendes Spielgefühl mit sich. Die unzähligen Tracks, die allesamt individuell für das Game gemixt wurden, sowie die ansprechende optische Präsentation katapultieren das Spiel in die Oberklasse des Genres auf Wii. Allerdings, dem sollten sich alle Spieler im Klaren sein, wird natürlich das Musik-Genre nicht jedem Spieler zusagen – wer eher auf gitarrenlastige Rock- und Heavy-Töne steht, der wird sich mit DJ Hero kaum anfreunden können. Ansonsten ist DJ Hero ganz klar ein Muss für alle Turntable-Rocker!

Bewertung

DJ Hero

Packshot DJ Hero
8.5
Redaktion
Silber Award
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Multiplayer

Screenshots: 11.09.2019

ScreenshotScreenshotScreenshot

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Spiel-Details

Packshot DJ Hero
  • DJ Hero

  • Release:
  • System: Wii
  • Genre: Musikspiel
  • Publisher: Activision
  • Entwickler: Neversoft Entertainment
  • Anzahl Spieler: 2
  • USK

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