G-Force: Agenten mit Biss
Samstag, 07. Nov. 2009
Passend zum Animationsfilm âG-Force: Agenten mit Bissâ bringt Disney eine Spieleumsetzung fĂŒr die Wii in den Handel. Ob wir es abermals mit einem typischen Fall von Lizenz-Abwrackung zu tun haben, oder ob die Agenten-Nager ordentlich Biss haben, wollen wir fĂŒr euch in unserem Testbericht zum Spiel klĂ€ren!Auf geheimer Mission zur Rettung der Menschheit!
Bereits in der Vergangenheit haben wir oft auf Wii lieblose Umsetzung von filmischen Vorlagen gesehen. Immerhin muss man dazu sagen, dass die Titel aus dem Hause Disney meist akzeptabel waren. Daher erwarten wir auch von G-Force: Agenten mit Biss einen gewissen SpielspaĂ â und vorneweg, es ist tatsĂ€chlich ein solider Lizenz-Titel dabei herausgekommen. Aber worum geht es eigentlich im Spiel? In der Gestalt des Agenten Darwin, der Teil der âG-Forceâ-Truppe ist, heiĂt es das Anwesen der Saber Industries zu infiltrieren um dort an geheime Informationen zu gelangen. Denn scheinbar fĂŒhrt das Unternehmen etwas Böses im Schilde. Das Besondere an unserem Protagonisten ist, dass es sich hierbei um einen mit bis unter die NagezĂ€hne ausgestattetes Meerschweinchen handelt! Jawohl, richtig gelesen. Die G-Force-Einheit besteht ausschlieĂlich aus Nagern sowie einem Maulwurf und einer Stubenfliege namens Mooch. Alle dieser Tiere könne sprechen und wissen selbstredend um die Bedeutung ihres Einsatzes, denn schlieĂlich geht es um die Rettung der Menschheit!

Als Nager hat man natĂŒrlich gewisse Vorteile. Das Eindringen in das Anwesen findet einfach durch LuftschĂ€chte statt. Problemlos lassen sich so und auf Ă€hnliche Weise die RĂ€ume auskundschaften. Durch eine Art Jetpack kann unser Held Darwin zudem gewisse Strecken per Luftweg ĂŒberwinden. GerĂ€t er ins Stocken, so kann der Spieler die Kontrolle der Fliege Mooch ĂŒbernehmen. Mit ihr sind auch die kleinsten Ritzen ausreichend, um in einen anderen Teil des Hauses zu gelangen. Zudem lĂ€sst sich in ihrer Gestalt die Zeit verlangsamen, um beispielsweise gekonnt durch einen schnellzirkulierenden Ventilator hindurch zufliegen, ohne Schaden davon zu tragen. Mit einer Art Elektropeitsche und einer Plasmaschusswaffe ausgestattet, bahnt sich Darwin seinen Weg durch das Haus und ist in der Lage, die sich selbststĂ€ndig machenden HaushaltsgerĂ€te zu bekĂ€mpfen. Diese werden nĂ€mlich von der Firma Saber Industries hergestellt. Und damit diese nicht die Welt in Chaos stĂŒrzen, muss ein Weg gefunden werden, diese zu stoppen.
Darwin ist in der Lage durch das Einsammeln bestimmter Chips und Discs an Automaten sein Equipment zu erweitern bzw. zu verbessern. So kann er beispielsweise weitere und bessere Waffen erwerben und seine Lebensenergie oder Munition auffĂŒllen. Aber auch weiteres High-Tech-Equipment findet seinen Einsatz im Spiel, beispielsweise KommunikationsgerĂ€te oder Fortbewegungsmittel.
Steuerung
Der Nager wird mittels Analogstick des Nunchuks gesteuert. Durch den B-Knopf schwingt er seine Peitsche und mit dem A-Knopf lĂ€sst man Darwin springen. Ein Doppelsprung ist ebenfalls möglich, sowie durch weiteres DrĂŒcken von A der Einsatz des Jetpacks. Wird der Z-Knopf gedrĂŒckt gehalten, so kann mittels Pointerfunktion und Knopfdruck die Schusswaffe betĂ€tigt werden. Um die Kamera frei zu bewegen, muss der C-Knopf gedrĂŒckt werden und abermals der Pointer zum Einsatz kommen. Ein kurzer, einzelner Druck auf C positioniert die Kamera hinter Darwin, zumindest ungefĂ€hr. Die KamerafĂŒhrung ist nĂ€mlich ein groĂer Schwachpunkt des Titels und fĂŒhrt desöfteren zu Frustmomenten, besonders wenn es mal schnell gehen soll.
Die Steuerung der Fliege Mooch ist ebenfalls per Analogstick möglich, wobei diese zunĂ€chst mittels Minus-Knopf herbeigerufen werden muss. Fortan kann mit ihr frei umher geflogen werden, mit dem A-Knopf kann auch sie eine Angriffsaktion ausfĂŒhren, bzw. somit Schalter betĂ€tigen.
Soweit die grundlegende Steuerung, recht praktisch und noch erwÀhnenswert ist der Plus-Knopf, mit dessen Hilfe das nÀchste Ziel markiert wird, sollte der Spieler die Orientierung verlieren oder nicht genau wissen, wohin es als nÀchstes geht.

Grafik und Sound
Aus grafischer Sicht ist das Spiel irgendwo im Wii-Mittelfeld einzuordnen. Die Nagetiere sehen ganz nett aus, vor allem ihr Fell ist gelungen. Die sonstigen Umgebungen sind jedoch leicht steril, was natĂŒrlich dem High-Tech-Setting zu Last gelegt werden muss. Die transformierten HaushaltsgerĂ€te, die sich dem Spieler immer wieder in den Weg stellen, wurden teils recht ansehnlich in Szene gesetzt. Auch die Cut-Scenes sind ganz nett gelungen und die Ansicht wĂ€hrend der Spielszenen mit der Fliege Mooch sind abwechslungsreich und gut gelungen, vor allem der Zeitlupenmodus. Dennoch, einige weitere Details wĂ€ren wĂŒnschenswert gewesen.
In Sachen Sounddesign kann sich das Spiel hören lassen. Eine umfangreiche Sprachausgabe wĂ€hrend des eigentlichen Spielgeschehen, aber auch wĂ€hrend der Cut-Scenes mit fĂ€higen Sprechern sorgt fĂŒr eine gute AtmosphĂ€re, zumal Darwin viele Anweisungen aus der Zentrale per Funk erhĂ€lt sowie sich natĂŒrlich mit seinen Team-Kollegen immer wieder unterhĂ€lt.
Fazit
G-Force: Agenten mit Biss ist durchaus eine solide Lizenz-Umsetzung des Animationsfilms. Die Mischung aus Action und Adventure im Agenten-Stil, jedoch in Gestalt der Nagetiere, sorgt fĂŒr ein paar spaĂige Spielstunden. Schade hingegen, dass es auĂer dem Story-Mode in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen keine weiteren Inhalte auf der Disc gibt. Ein Koop-Modus wĂ€re sicherlich noch eine schöne Sache gewesen. Die technische Darbietung geht in Ordnung, auch wenn sie nicht ĂŒberragend ist. Ebenso wirkt das Setting teilweise zu steril und die schlechte KamerafĂŒhrung raubt dem Spieler teilweise den letzten Nerv. Dennoch, gerade jĂŒngere Spieler werden durchaus SpaĂ mit dem Spiel haben. Erfahrenere Spieler dĂŒrfen zumindest gerne einmal probespielen.
Autor: Christian Leuenberg alias Nebulous
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Vielen Dank an Disney fĂŒr die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
G-Force: Agenten mit Biss
Spieler
1
Alterseinstufung
USK 12
Publisher
Disney Interactive
Erscheinungsdatum
08.10.2009
Besonderheiten
-
Preis
ca. 50,00 EUR
