Freitag, der 12. MĂ€rz 2010
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International Athletics

Samstag, 07. Nov. 2009

Leichtathletik-Spiele auf der Wii sind bis dato noch recht unterbesetzt. Mit „International Athletics“ bringt der deutsche Publisher Rondomedia nun einen neuen Vertreter des Genres auf Nintendos aktuelle Heimkonsole. Ob wir es mit einem regelrechten Sportfest zu tun haben oder ob eine vorzeitige Disqualifikation sinnvoller wĂ€re, möchten wir im Folgenden fĂŒr euch herausfinden.


Get set, ready, go!

International Athletics wartet im HauptmenĂŒ mit mehreren Modi auf den Spieler. Hierbei stehen die „Schnelle Disziplin“, der „Zehnkampf“ sowie ein „Neues Turnier“ zur Auswahl. Multiplayer-Freunde haben zudem die Möglichkeit „Mehrspieler“ auszuwĂ€hlen um insgesamt zu zweit gegeneinander anzutreten. Die drei Einzelspielermodi unterteilen sich jeweils in drei Schwierigkeitsgrade: AnfĂ€nger, Profi und Fortgeschritten. Bereits hier haben wir kurz die Stirn gerunzelt, fĂŒr unseren Geschmack hĂ€tte man letztere beiden eigentlich tauschen mĂŒssen, aber in diesem Fall ist Fortgeschritten tatsĂ€chlich die höchste Schwierigkeitsstufe. Nun denn, „Schnelle Disziplin“ dĂŒrfte sich fast von selbst erklĂ€ren, denn hier kann man einfach aus allen vorhandenen Sportarten eine auswĂ€hlen. Zu bieten hat das Spiel im ĂŒbrigen insgesamt 14 Disziplinen, als da wĂ€ren die Laufwettbewerbe mit 100m, 400m, 110m HĂŒrden und 1500m. Die Sprungwettbewerbe bieten Weitsprung, Hochsprung und Stabhochsprung zur Auswahl. In der Kategorie Wurfwettbewerbe kann aus Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen sowie Hammerwerfen ausgewĂ€hlt werden. Und zum Schluss noch die Schießwettbewerbe mit Bogenschießen, Schnellfeuerpistole und Laufende Scheibe. Insgesamt auf den ersten Blick ein recht umfangreiches Paket unterschiedlicher Sportarten. Die beiden weiteren Einzelspielermodi machen selbstredend ebenfalls davon Gebrauch. Der „Zehnkampf“ pickt daraus, wer hĂ€tte es gedacht, zehn Disziplinen und als HerzstĂŒck des Spiels zu bezeichnen ist das Turnier. Hier sind zahlreiche LĂ€nder vertreten, welche als Schauplatz dienen und mit unterschiedlich vielen Disziplinen daherkommen. Nach und nach kann man hier mittels erfolgreicher Absolvierung die weiteren Turniere bzw. LĂ€nder freischalten. SĂ€mtliche erworbene Medaillen und Rekorde können dann im MenĂŒpunkt „Preise“ eingesehen werden.

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Soweit zu den Modi und Disziplinen. Schauen wir uns nun als nĂ€chstes den interessanteren Part an, nĂ€mlich die Spielmechanik und die technische Umsetzung. Das Spiel macht Gebrauch von Wii Remote und Nunchuk. Diese sind in nahezu allen Disziplinen zu schĂŒtteln, um schnellen Anlauf zu erhalten bzw. den Sportler ĂŒberhaupt zum Laufen zu bringen. In den eher kĂŒrzeren Disziplinen wie beispielsweise dem 100m Lauf, muss das Controller-PĂ€rchen so schnell wie möglich abwechselnd geschĂŒttelt werden. In ausdauernden Disziplinen liegt der Fokus dann nicht auf der Schnelligkeit, sondern auf dem richtigen Rhythmus. UnglĂŒcklich gelöst sind die etwas umfangreicheren Sportarten, in denen nicht einfach nur gelaufen werden muss, sondern zudem ein SportgerĂ€t bedient werden muss. Anstatt hier eine gewisse Linie zu halten, in dem gleiche oder Ă€hnliche BewegungsablĂ€ufe in den unterschiedlichen Disziplinen auch gleich zu steuern sind, wurde jede einzelne Disziplin mit einer individuellen Steuerung versehen. So kommt es, dass bei der Festlegung eines Winkels, welches beispielsweise oft in den Wurfwettbewerben der Fall ist, in der einen Disziplin der A-Knopf zu betĂ€tigen ist, in der anderen Disziplin wiederum der B-Knopf. Zwar wird vor jeder Disziplin die Steuerung mittels Text und Bildern prĂ€sentiert, diese sind teilweise aber so kompliziert und umfangreich, dass man sich oft sehr schwer tut sich zurecht zu finden. Intuitiv ist hier kaum etwas zu lösen, die Remote-Bewegungen passen auch oft nicht zur Sportart oder sind eben trotz gleichem Bewegungsablauf unterschiedliche zu bedienen.


Grafik und Sound

International Athletics kommt in Form einer sehr mageren PrĂ€sentation daher. Bereits das MenĂŒ kann nicht wirklich ĂŒberzeugen, weitaus schlimmer jedoch das eigentliche Spiel. Die 3D-Sportler sehen kantig aus, detailarm und bewegen sich meist unnatĂŒrlich. Die SportstĂ€tten, das Publikum und sonstiges Drumherum ist ebenso polygonarm und unansehnlich. Das Spiel macht eher den Eindruck eines PS2-Spiels auf recht niedrigem Niveau. Die UnterstĂŒtzung von 16:9 und 480p kann hier auch nichts weiter ausrichten.

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Ähnlich ergeht es dem Sound des Spiels, denn dieser ist genauso mager ausgefallen wie die Optik. Eine wirkliche WettkampfatmosphĂ€re entsteht hier jedenfalls nicht und ein Kommentator fehlt gĂ€nzlich. Eine alle in allem sehr schwache Vorstellung.


Fazit

International Athletics ist insgesamt leider ĂŒberhaupt nicht zu empfehlen. Die auf dem Papier solide Auswahl an Disziplinen ist aufgrund katastrophaler Steuerung in den komplexeren Sportarten teilweise kaum spielbar bzw. löst akute Frustration beim Spieler aus. Die darĂŒber hinaus absolut unterirdische technische Darbietung der virtuellen WettkĂ€mpfe trĂ€gt ihr Übriges zum desolaten Gesamteindruck bei. Sehr schade, ist das Genre doch eh schon mager besetzt, so sollte man definitiv die Finger von diesem Titel lassen, die Medaillen gehen zweifelsohne an die Konkurrenz.


Autor: Christian Leuenberg alias Nebulous


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Vielen Dank an Rondomedia fĂŒr die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

International Athletics

Cover

Spieler
1-4

Alterseinstufung
USK 0

Publisher
Rondomedia

Erscheinungsdatum
16.09.2009

Besonderheiten
-

Preis
ca. 30,00 EUR