Samstag, der 13. März 2010
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Sonntag, 10. Aug. 2008, 17:26:25 Uhr, geschrieben von JT Firefly

Casual Statistic

Mit Statistiken ist das so eine Sache. Die meisten zeichnen sich durch eine (bewusst) selektive Wahrnehmung aus; es wird gezeigt, was die zu stützende These untermauert, und unterschlagen, was dieser widerspricht. Aktuelles Beispiel: die Statistik von Nintendo bezüglich der Verkäufe von Drittherstellern.

Doch Moment! Reagiert Nintendo damit nicht auf den offensichtlich falschen Vorwurf, dass sich auf einer Nintendo-Konsole nur Nintendo-Spiele verkaufen? Der verschwiegene Grund für den starken Anstieg der Verkaufskurve ist schnell gefunden: Guitar Hero 3. Und der Rest, der zur Kurve beiträgt, dürfte größtenteils aus den üblichen Verdächtigen bestehen, jedenfalls nicht aus No More Heroes, Boom Blox, Zack & Wiki und ähnlich soliden Titeln.

Was diese Statistik jedoch besser macht als andere, beispielsweise die oft angeführten Wertungsvergleiche, ist die Basis der Zahlen. Diese ist zunächst einmal neutral (im Gegensatz zu Review-Wertungen mit ihrer nur vorgegaukelten Neutralität) - es geht um den Kern der Videospielindustrie, die Verkaufszahlen. Nicht um Meinungen, nicht um die Unterteilung von Spielen in gut/schlecht (read: Hardcore/Casual), nicht um fromme Wünsche. Ein wenig kann man also schon aus dieser Grafik mitnehmen, wenn auch nicht das von Nintendo erhoffte "Und sie verkaufen sich doch".

Denn damit kommen wir zurück zu Guitar Hero 3, und warum sich manche Games von Drittherstellern blendend verkaufen, und andere im Regal versauern. Dazu müssen wir zunächst die Stimme senken, um das flüchtige Reh genannt "Hardcore Gamer" nicht unnötig zu verschrecken ...

Guitar Hero ist, wenn man denn den Grabenkrieg betreiben möchte, ein "Casual Game".

Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wird das gerne unterschlagen oder übersehen oder nicht geglaubt. Darum möchte ich diese Behauptung kurz fundieren. Auf Wikipedia steht zu Casual Games:
Most casual games have similar basic features:
    Extremely simple gameplay, like a puzzle game that can be played entirely using a one-button mouse or cellphone keypad
    Allowing gameplay in short bursts, during work breaks or, in the case of portable and cell phone games, on public transportation
    The ability to quickly reach a final stage[6], or continuous play with no need to save the game
    2D, abstract graphics
    Some variant on a "try before you buy" business model or an advertising-based model

Einfaches Gameplay? Check. Kurze Sessions möglich? Check. Einfaches Durchspielen? Check. Abstrakte Grafik? Check. Nur "try before you buy" haut nicht so wirklich hin, aber das gilt für sehr vieles, was gerne unter dem Label "Casual Games" vereint wird.

"Aber JT", werden manche nun sagen wollen, "Guitar Hero ist Hardcore! Schon mal "Through the Fires and Flames" auf Expert gesehen?"
Ja, aber schon mal "Hit Me with Your Best Shot" oder "Suck My Kiss" auf Easy gesehen? I rest my case.

Der Trick, warum sich GH3 verkauft aber andere "Casual Games" nicht, ist der, dass GH ziemlich nahe an das heran kommt, wofür sich ach so viele Leute, die das Videospiel für sich (wieder-) entdeckt haben, die Wii zugelegt haben. Und das ist eben nicht ein verwässertes Gameplay für Videospiellegastheniker, was mehr oder minder treffend die Masse an Shovelware beschreiben würde.

Ob ein Spiel von Nintendo ist oder nicht, interessiert das Gros der Wiibesitzenden nicht. Was zählt, ist die Qualität des Spiels. Der Zugang zum Spiel soll einfach sein, aber da darf es nicht aufhören. Die Leute wollen besser werden (können) in dem, was sie tun. Nintendo hat das verstanden, und das klappt beispielsweise bei Wii Sports ganz wunderbar: Bowling und Tennis spielen kann jeder vom ersten Moment, in dem man die Wiimote in die Hand nimmt, aber trotzdem macht sich Übung bezahlt.

Das und mehr kann in diese Statistik reininterpretiert werden, aber leider nicht auf einen Blick.

Comments
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Kommentar von shadow mirror
10.08.2008 19:55:53 Uhr
Wieder mal die schöne Sicht aus JT firefly, der man weder sich entgegenstellen kann noch wirklich möchte. ;3

Einfaches reinkommen ist schön, aber nicht notwendig für ein schönes spiel, bester Beweis wäre Devil may cry.
Das Spiel (zumindest teil 3) ist für jemanden, der es nicht kennt, schon auf der leichtesten Stufe ein Märtyrium, bis man die Steuerung halbwegs verstanden hat. So beglückwünscht Capcom auch, was mich ehrlich gesagt zum schmunzeln gebracht hat, mit dem Satz: "You're sure no Casual Gamer".
Selbst die großen Konzerne ziehen diese "Anitcasual"front hoch, preisen ihre Spiele als Hardcore.
Ein gut funktionierendes Spiel braucht schon eine gewisse Herausforderung, vom komplexen Rätsel, bis zum bitterbösen Endboss über clevere Gegner KI bis auch zum Glück.
Wenn dann die größte Herausforderung die Steuerung selbst ist, wie man es bei Titeln, die dann auch mal eine schöne Bauchlandung gemacht haben (Popcorn Arcrade, um gleich eine Reihe zu nennen, einen der kleineren Ausfälle wäre Alone in the dark).
Das nun überall schlechte Kopien von Spielen, Minispielsammlungen ohne jegliche Qualität und obendrein allesamt in einer unschönen Grafik, die aus den Urzeiten des Videospiels stammt, wie Pilze aus dem Boden wachsen ist mir ehrlich gesagt ein vertracktes Rätsel.
Das offene Verkaufssystem "Produkt und Nachfrage" ist anscheinend gestört oder die Nachfrage nach Quantität von Spielen steigt.
Wahrscheinlich liegt es an ersterem, die Produktion eines Qualitätstiels wie Zelda oder Zack and Wiki ist wohl kostenintensiver und zeitaufwendiger, als ein Klon eines bereits existierendes Spieles.
Ausserdem glaube ich nicht, dass bei "Casual àla Schrott" wirklich nach bugs oder sonstigen Fehlern gesucht wird.
Das Casualsachen funktionieren und das auch mit Qualität sieht man an vielen Partyspielen, wie Guitar Hero und Singstar. Die Stimme einigermaßen halten kann jeder, Singtalente sind nicht nötig (Manchmal sogar hinderlich, ich singe wesentlich besser als meine Schwester, aber wer sahnt die meisten Punkte ab?).
Auch Mariokart oder Brawl bieten einen sehr leichten Einstieg und, wenn man sich mal auf Mariokart konzentriert, hat man es sogar als "schlechter Spieler" es sogar einfacher, da dass Slingshot system einen immer wieder an die erste Position hämmert.
Schlecht ist das Spiel dann immer noch nicht.

Also, woran liegt es? Ist Qualität nicht mehr gefragt? Ist es wesentlich einfacher jemanden irgendeinen Haferbrei vorzusetzen anstelle eines tollen Gameplayschnitzels, welches garniert mit einer schönen Grafik und vielen Extras garniert wird?
Jetzt nicht direkt die Fischmesser auspacken, Kontrolle ist wichtig. Somit wird unsere Wiimote, um bei der Nahrungsmetapher zu bleiben, eine Gabel, der Nunchuck das optionale Messer.
Unseren Gameplaybrei können wir, so sehr wir es auch wollen (mitlerweile ist dem "Gamer" die Lust dazu wahrscheinlich vergangen) können wir unser Spiel nicht genießen, unser Qualitätsschnitzel lässt sich perfekt schneiden und zergeht einem förmlich im Mund. Einfach köstlich!
Warum greifen so viele/genug Leute zum Haferbrei, wenn sie das wesentlich bessere (für die Vegetarier auch Tofu, o.Ä.) Schnitzel mit Pommes nehmen? In den meisten Fällen kostet es ja noch nicht einmal mehr.

In der Zusammenfassung muss man sehen, der Videospielmarkt kippt, wenn wir nicht langsam etwas unternehmen oder die Konzerne komplett auf den Casualschrottzug aufspringen.
Dann gibt es entweder "Zelda Party" oder "AMF Halo Challenge" und der Markt wird überflutet.
Große Konzerne werden versuchen sich zu retten, kleine Konzerne werden erbarmunglos ertränkt, der freie Markt stirbt, die Inflation der Spiele beginnt.
Das mag nun etwas heftig und erbarmungslos klingen, ist aber eine der bösen Überraschungen, die auf uns warten, wenn es so weiter geht...


nebenbei, Wiisports kann NICHT jeder, ich schaffe Tennis nur auf den sehr leichten stufen ( ball geschlagen -> aus, five times in a row) und bowling auch nicht (Kugel rollt gerade auf die Kegel zu... und rollt kurz von den Pinnen links dran vorbei...).
So viel dazu^^
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Kommentar von Capone
10.08.2008 21:03:53 Uhr
Nun ja, die meistverkauften Spiele auf Nintendo-Konsolen kommen von Nintendo selber. Der Grund ist ebenso simpel wie einleuchtend: Nintendo mag vielleicht nicht die beste Konsole, wohl aber die beste Konsolenkost herstellen.
Schaut man sich das Portfolio von Nintendo+Tochterfirmen für die Wii mal an, dann ist die Sache schnell geklärt: Wii Sports, Wii Play, Wii Fit, Big Brain Academy, Crossbow Training, Mario Kart, Brawl, Galaxy, Mario Party 8, Zelda, Metroid, WarioWare, Strikers Charged und Super Paper Mario. Ein gut aufgestelltes Portfolio mit Casualtiteln, einsteigerfreundlichen Bridgetiteln und was für die alteingesessene Hardcorefraktion. Wundert es da einen, dass Nintendo die Top 10 der meistverkauften Wii-Spiele fast selbst einnimmt? Hat das vielleicht irgendwas mit Qualität, Marketing, gutem Ruf und jahrelanger Arbeit zu tun?
Man sollte aber nicht so tun, als ob sich Drittherstellertitel gar nicht verkaufen. Klar, mit Mario&Sonic bei den Olympischen Spielen und Guitar Hero III ragen zwei Spiele klar heraus, aber auch Sonic und die geheimen Ringe, Rayman Raving Rabbids, Resident Evil 4, Resident Evil: Umbrella Chronicles, Red Steel, Game Party und Carnival Games haben sich klar über eine Million mal verkauft.
Dass sich nicht die besten Drittherstellerspiele auch am besten verkauft haben, liegt wohl zuallerletzt an Nintendo selber.
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Kommentar von JT Firefly
11.08.2008 13:15:12 Uhr
*~shadow mirror~* hat geschrieben:Einfaches reinkommen ist schön, aber nicht notwendig für ein schönes spiel, bester Beweis wäre Devil may cry.
Das Spiel (zumindest teil 3) ist für jemanden, der es nicht kennt, schon auf der leichtesten Stufe ein Märtyrium, bis man die Steuerung halbwegs verstanden hat. So beglückwünscht Capcom auch, was mich ehrlich gesagt zum schmunzeln gebracht hat, mit dem Satz: "You're sure no Casual Gamer".
Selbst die großen Konzerne ziehen diese "Anitcasual"front hoch, preisen ihre Spiele als Hardcore.

Dieser Effekt, dass sich manche Publisher und/oder Konsolenhersteller weiter in den Teil des Marktes zurückziehen, der hochkomplexe Spiele (um es mal so freundlich auszudrücken, wie ich's meine) verlangt, ist eine der beiden möglichen Reaktionen auf Nintendos Erfolg.
Kurzer Exkurs: Nintendo redet andauernd von "Blue Ocean". Dieser hebt sich vom "Red Ocean", dem hart umkämpften, althergebrachten Markt ("Hardcore") ab. Da Nintendos Strategie aufgegangen ist, haben die anderen nun zwei Möglichkeiten. Entweder, sie begeben sie bedienen die neue (große) Käuferschicht (den neuen Hauptmarkt), oder sie bedienen aggressiver den alten Markt. Sich in diesem Rahmen über die "Casuals" lustig zu machen, passt sehr gut ins Konzept (genau wie die Behauptung, der Erfolg der Wii sei eine Seifenblase, die jeden Moment platzen könne).


*~shadow mirror~* hat geschrieben:Ein gut funktionierendes Spiel braucht schon eine gewisse Herausforderung, vom komplexen Rätsel, bis zum bitterbösen Endboss über clevere Gegner KI bis auch zum Glück.
Wenn dann die größte Herausforderung die Steuerung selbst ist, wie man es bei Titeln, die dann auch mal eine schöne Bauchlandung gemacht haben (Popcorn Arcrade, um gleich eine Reihe zu nennen, einen der kleineren Ausfälle wäre Alone in the dark).
Das nun überall schlechte Kopien von Spielen, Minispielsammlungen ohne jegliche Qualität und obendrein allesamt in einer unschönen Grafik, die aus den Urzeiten des Videospiels stammt, wie Pilze aus dem Boden wachsen ist mir ehrlich gesagt ein vertracktes Rätsel.
Das offene Verkaufssystem "Produkt und Nachfrage" ist anscheinend gestört oder die Nachfrage nach Quantität von Spielen steigt.
Wahrscheinlich liegt es an ersterem, die Produktion eines Qualitätstiels wie Zelda oder Zack and Wiki ist wohl kostenintensiver und zeitaufwendiger, als ein Klon eines bereits existierendes Spieles.
Ausserdem glaube ich nicht, dass bei "Casual àla Schrott" wirklich nach bugs oder sonstigen Fehlern gesucht wird.
Das Casualsachen funktionieren und das auch mit Qualität sieht man an vielen Partyspielen, wie Guitar Hero und Singstar. Die Stimme einigermaßen halten kann jeder, Singtalente sind nicht nötig (Manchmal sogar hinderlich, ich singe wesentlich besser als meine Schwester, aber wer sahnt die meisten Punkte ab?).
Auch Mariokart oder Brawl bieten einen sehr leichten Einstieg und, wenn man sich mal auf Mariokart konzentriert, hat man es sogar als "schlechter Spieler" es sogar einfacher, da dass Slingshot system einen immer wieder an die erste Position hämmert.
Schlecht ist das Spiel dann immer noch nicht.

Also, woran liegt es? Ist Qualität nicht mehr gefragt? Ist es wesentlich einfacher jemanden irgendeinen Haferbrei vorzusetzen anstelle eines tollen Gameplayschnitzels, welches garniert mit einer schönen Grafik und vielen Extras garniert wird?
Jetzt nicht direkt die Fischmesser auspacken, Kontrolle ist wichtig. Somit wird unsere Wiimote, um bei der Nahrungsmetapher zu bleiben, eine Gabel, der Nunchuck das optionale Messer.
Unseren Gameplaybrei können wir, so sehr wir es auch wollen (mitlerweile ist dem "Gamer" die Lust dazu wahrscheinlich vergangen) können wir unser Spiel nicht genießen, unser Qualitätsschnitzel lässt sich perfekt schneiden und zergeht einem förmlich im Mund. Einfach köstlich!
Warum greifen so viele/genug Leute zum Haferbrei, wenn sie das wesentlich bessere (für die Vegetarier auch Tofu, o.Ä.) Schnitzel mit Pommes nehmen? In den meisten Fällen kostet es ja noch nicht einmal mehr.

In der Zusammenfassung muss man sehen, der Videospielmarkt kippt, wenn wir nicht langsam etwas unternehmen oder die Konzerne komplett auf den Casualschrottzug aufspringen.
Dann gibt es entweder "Zelda Party" oder "AMF Halo Challenge" und der Markt wird überflutet.
Große Konzerne werden versuchen sich zu retten, kleine Konzerne werden erbarmunglos ertränkt, der freie Markt stirbt, die Inflation der Spiele beginnt.
Das mag nun etwas heftig und erbarmungslos klingen, ist aber eine der bösen Überraschungen, die auf uns warten, wenn es so weiter geht...

Entwarnung am Anfang: ich bin zwar kein Anhänger der "unsichtbaren Hand des Marktes" (pfui), aber hier wird sich in Zukunft einiges automatisch korrigieren, was zur Zeit noch falsch läuft.

Dass Grafik nicht mehr die Rolle spielt wie noch vor ein paar Jahren wird aber erst einmal so bleiben, glaube ich. Mit ihren aktuellen Konsolen sind MS und Sony weit über das hinaus geschossen, was der Markt verlangt ("Grenznutzen überschritten", könnte man wohl sagen).
Ob ein Spiel gut oder schlecht ist, bemisst sich allerdings ja nicht (nur?) an der Grafik, sondern insbesondere an Spielbarkeit, -fluß, -ablauf, kurz: Gameplay. An dem also, was am Ende Spaß macht, die besondere Stärke der Videospiele im Vergleich zu anderen (eher passiven) Medien.

Der nivealose Mist hingegen ist für niemanden gemacht. Die “Casual Gamer”, die damit angesprochen werden sollen, gibt es gar nicht, sie sind ein Propaganda-Phantom. Leute wollen nicht mal eben zwischen durch den Controller durch deftiges Schütteln entstauben; das nennt sich Frühjahrsputz und nicht Videospiel. Dass die Geschmäcker verschieden sind, ist keine Frage, und sieht man ja täglich hier im Forum. Nur sind auch die angeblichen “Casual Gamer” nicht so blöd wie sie gehalten werden (allzu viele Publisher übersetzen “Casual” gerne mit “Trottel”). Ein artverwandtes Phänomen sind “Kiddie-Games”: die Publisher tun so, als hätten DS und Wii die unter 14jährigen an die Konsole gebracht ... als wenn in dieser Altersklasse Videospiele nicht schon immer angesagt gewesen wären.

Wie gut das Feinschmeckerschnitzel (sollte es nicht ein Steak sein?) wirklich schmeckt, kommt ganz auf den Standpunkt an. Zwar ist bessere Grafik eine feine Sache, doch dem Markt als Ganzes ging der Trend offenbar mittlerweile zu weit. Das alte Klientel ist zwar angesprungen, doch dieses wird erstens immer kleiner, und zweitens gerät es durch die Masse an Neueingestiegenen und Althinzugekommenen in arge Bedrängnis.

Klingt alles verdammt nach Marketing, ich weiss. Diese leidenschaftslose Herangehensweise sei mir verziehen, ich nehme nur die Sicht der Publisher ein. Denn denen geht es nicht um Qualität (das ist vielleicht, aber nur vielleicht, bei den Entwicklern anders), sondern um Erfolg am Markt. Und da rockt zur Zeit Nintendo und ihr “Blue Ocean”. Aber nochmal: das Konzept von Nintendo, also das, was letzten Endes am (momentanen?) Markt Erfolg hat, ist ein anderes, als Shovelware rauszuhusten.


*~shadow mirror~* hat geschrieben:nebenbei, Wiisports kann NICHT jeder, ich schaffe Tennis nur auf den sehr leichten stufen ( ball geschlagen -> aus, five times in a row) und bowling auch nicht (Kugel rollt gerade auf die Kegel zu... und rollt kurz von den Pinnen links dran vorbei...).
So viel dazu^^

Aber du kannst Tennisschläger schwingen und Kugel werfen. Das ist doch schon mal was :P
Und nun stell dir einen blutigen Anfänger, der noch nie einen Controller mit acht Knöpfen in der Hand hatte, bei Top Spin vor. Da ist selbst diese erste Hürde gewaltig. (Was Top Spin o.ä. nicht zu einem schlechten Spiel macht, aber auch nicht automatisch zu einem besseren.)



Capone hat geschrieben:Nun ja, die meistverkauften Spiele auf Nintendo-Konsolen kommen von Nintendo selber. Der Grund ist ebenso simpel wie einleuchtend: Nintendo mag vielleicht nicht die beste Konsole, wohl aber die beste Konsolenkost herstellen.
Schaut man sich das Portfolio von Nintendo+Tochterfirmen für die Wii mal an, dann ist die Sache schnell geklärt: Wii Sports, Wii Play, Wii Fit, Big Brain Academy, Crossbow Training, Mario Kart, Brawl, Galaxy, Mario Party 8, Zelda, Metroid, WarioWare, Strikers Charged und Super Paper Mario. Ein gut aufgestelltes Portfolio mit Casualtiteln, einsteigerfreundlichen Bridgetiteln und was für die alteingesessene Hardcorefraktion. Wundert es da einen, dass Nintendo die Top 10 der meistverkauften Wii-Spiele fast selbst einnimmt? Hat das vielleicht irgendwas mit Qualität, Marketing, gutem Ruf und jahrelanger Arbeit zu tun?
Man sollte aber nicht so tun, als ob sich Drittherstellertitel gar nicht verkaufen. Klar, mit Mario&Sonic bei den Olympischen Spielen und Guitar Hero III ragen zwei Spiele klar heraus, aber auch Sonic und die geheimen Ringe, Rayman Raving Rabbids, Resident Evil 4, Resident Evil: Umbrella Chronicles, Red Steel, Game Party und Carnival Games haben sich klar über eine Million mal verkauft.
Dass sich nicht die besten Drittherstellerspiele auch am besten verkauft haben, liegt wohl zuallerletzt an Nintendo selber.

Warum sich Nintendo-Games nach wie vor besser verkaufen als so ziemlich alles andere, habe ich im ursprünglichen Beitrag bereits versucht darzulegen. Denn Nintendo hat den Markt verstanden, bei Drittanbietern ist das so eine Sache. Das ist der Hauptgrund für Nintendos Erfolg, wie es ja allgemein die Kaufszahlen von DS und Wii belegen - das geht weit über die reine Qualitätssoftware hinaus, die Nintendo schließlich pausenlos seit den 80ern entwickelt. Ganz so einfach wie von dir dargelegt ist es also nicht :P

Die “jahrelange Arbeit”, die uns Alteingesessenen Nintendo-Games halbautomatisch mit einem Qualitätssiegel versehen lassen, wird bei den meisten neuen Videospielern nicht groß ziehen, dazu fehlt ihnen die Geschichte. Das alleine kann also nicht der Grund sein (aber es ist ja nicht so, dass nur “Frischlinge” eine Wii besitzen, anders wären die Verkäufe von SSBB und Zelda nicht zu erklären - und letztgenanntes war laut Miyamoto nicht erfolgreich genug).

M&SbdOS versucht zumindest, ein Ersatz für Wii Sports zu sein, was nicht ganz gelingt, aber offenbar immer noch gut genug (und der Mario-Bonus spielt eine Rolle, keine Frage, den kennen wirklich so ziemlich alle, die eine Wii besitzen). Und GH habe ich bereits angesprochen. Auf einige der anderen genannten Titel haben sich die “Hardcore Gamer” gestürzt, als wenn sie am verhungern wären und diese Games wären nicht nur metaphorische Schnitzel.

Fazit: Qualität ist eine Sache, und unterstützt ohne Frage die Verkaufszahlen. Die andere Sache ist, ob ein Game "marktgerecht" ist oder nicht. Und ja, auch die "Hardcorler" sind Teil des Marktes - da dieser auf der Wii offensichtlich nicht überflutet ist (wie der Bereich der "Casual Games") verkaufen sich diese Titel teils vorzüglich. Teilweise aber nicht so, wie insbesondere von den "Hardcore Gamern" selber erhofft (NMH, Z&W, Okami, Boom Blox). Denn wäre es so, dass ach so viele Gamer nach solchen Titeln dürsten, müssten sie weggehen wie warme Schnitzel. Tun sie aber nicht.

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